Donnerstag, 23. Oktober 2008

money, money, money



Die Finanzkrise ist in aller Munde. Was mich dabei interessiert ist: da investieren Menschen ihr Geld in Aktien, in der Hoffnung, dass die Kurse steigen, und sie dadurch später mehr Geld haben werden. Für schlechte Zeiten vorsorgen, bei Krankheit oder wenn ich keinen Job habe. Da geht es um finanzielle Absicherung. Und diese ist jetzt scheinbar für viele Menschen gefährdet. Das beunruhigt mich. Denn ich möchte in einer Welt leben, in der alle Menschen gleichen Zugang zu Ressourcen haben.

Ist die Aussicht auf ein "gutes Leben" später dann mal, so verlockend? Und sind wir uns dessen bewußt WIE dieses Geld mehr wird? Nehmen wir die Konsequenzen blind in Kauf? Was bedeutet Geld für mich als Person, und was hat das für Auswirkungen?

Geld an sich hat keinen Wert. Es steht für Strategien, wie ein Auto, mit dem ich mir Unabhängigkeit erfüllen möchte. Oder eine Reise, bei der es mir um Abenteuer oder Erholung gehen kann. Solange es in diesem Austausch für etwas steht kann ich das nachvollziehen und damit einen eigenen Umgang finden. Wenn es dann allerdings um Zinsen, also für mich eine Abstraktion des Geldes geht, wird es plötzlich für mich völlig irreal. Und eigentlich macht es mir fast Angst. Denn da wird mit Summen gehandelt, die nicht mehr greifbar sind, und die real nicht existieren.

Was mir Sorgen macht ist, dass wir vergessen, dass das Leben jetzt stattfindt. Ich kann jetzt dafür sorgen, dass ich so lebe, dass meine Anliegen im Zentrum meiner Aufmerksamkeit stehen. Ich kann jetzt auf meine Gesundheit achten, und Wege finden gut für mich zu sorgen. Ich kann mich um meine Beziehungen kümmern, dafür einstehen, dass unsere Natur geschützt wird, als Lebensraum für uns alle.
Meine Erfahrung ist, dass wenn ich mir bewußt mache, welche Anliegen ich mit Geld erfüllen möchte sich eine ungeahnte Bandbreite von Möglichkeiten auftut. Oft auch solche, die kein Geld kosten.

Und: es gibt viele Menschen, die nicht einmal jetzt gut leben können, für die Geld zu sparen eine unvorstellbare Sache ist, denn sie haben kein Dach über dem Kopf, nichts zu essen, können ihre Kinder nicht in die Schule schicken.

Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

Bei meiner ersten Begegnung mit Marshall Rosenberg und der Gewaltfreien Kommunikation rannen mir die Tränen hinunter. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich die Hoffnung, dass ein friedliches und achtsames Zusammenleben auf diesem Planeten tatsächlich möglich ist.

Marshall Rosenberg, erlebte als Kind Rassenunruhen in Detroit, studierte Psychologie und arbeitete als klinischer Psychologe. Er entwickelte die Gewaltfreie Kommunikation ausgehend von der Frage, was Menschen dazu bewegt in herausfordernden Situationen gewalttätig oder einfühlsam zu sein.
Überzeugt davon, dass Sprache einen wichtigen Einfluss auf zwischenmenschliche Beziehungen hat entwickelte er ein einfach zu erlernendes Kommunikationsmodell: die gewaltfreie Kommunikation.

Sie ermöglicht es im Hier und Jetzt selbst in schwierigen Situationen einfühlsam und aufrichtig zu sein. Dazu braucht es vor allem eine innere Haltung. Diese geht davon aus, dass alle Menschen eins und dadurch miteinander verbunden sind. Und es braucht viel Übung. Denn so einfach es ist das Modell zu lernen, so schwierig ist es dieses in den eigenen Alltag zu integrieren. Nicht nur bei Konflikten ist die Gewaltfreie Kommunikation hilfreich. Auch in der Beziehung mit mir selber ist sie wirksam.

Als Beispiel: Wenn ich mir sage: „Ich bin wirklich eine Idiotin. Jetzt habe ich doch tatsächlich zugestimmt diesen Job zu übernehmen. Dabei habe ich doch eh schon mehr als genug zu tun.“ kann ich anstatt mich selbst zu beschimpfen, mir selbst empathisch zuhören: „Ich bin verärgert und frustriert, weil ich wirklich gut für mich sorgen will. Ich möchte gerne zu Dingen Ja sagen, und dabei wissen, dass ich das mit meinen Kräften gut hinbekomme….“

Aus dieser Haltung heraus, der Selbstempathie eröffnet sich mir eine neue Welt:
So wie es für mich treffend der Sufi Meister Rumi beschreibt:
„Jenseits von richtigem und falschem Handeln gibt es einen Ort, dort treffen wir uns.“

Das ist der erste von insgesamt 6 Texten, die in der Sendung "Gedanken zum Tag" in Ö1 gesendet wurden. Die Texte zum anhören finden Sie unter religion.orf.at/projekt03/tvradio/ra_gedanken_tag.htm

Schreib mir, bitte.


Mir geht es in diesem Blog darum über mich und meine Arbeit zu schreiben, und damit in Verbindung und Austausch mit Menschen zu sein. Was mir daran gefällt ist die Vorstellung direkter und unmittelbarer zu wirken.
Ein Versuch also anders als auf einer statischen website auch mit Menschen, die an workshops, Seminaren oder dem Thema GEWALTFREIE KOMMUNIKATION an sich interessiert sind zu kommunizieren. Und auch mit jenen, die damit nichts anfagen können. Auch deshalb, weil ich es als Herausforderung sehe, Menschen zu erreichen, die erst einmal weiterklicken würden.

Ja, das ist eine Aufforderung. Schreibt mir. Schreiben Sie mir, bitte.
Ich verspreche nicht auf jeden Kommentar zu antworten. Was ich brauche ist Input. Was bewegt dich/sie, wenn du/sie das liest/lesen? Warum? Weil ich auf das eingehen möchte. Es mich inspiriert.


Montag, 20. Oktober 2008

Gehört werden



Jetzt hör' mir doch endlich einmal zu!"
Geht es Ihnen auch manchmal so, dass Sie reden, und den Eindruck haben Ihr Gegenüber ist zwar anwesend, reagiert aber auf das was Sie sagen in einer Weise, dass Sie nicht wissen, ob sie wirklich gehört werden? Achtsamkeit und Aufrichtigkeit sind mir wichtige Werte im Miteinander. Bloß, wie kann ich so kommunizieren, dass ich gehört werde und der anderen Person ebenso achtsam begegnen?


Die GEWALTFREIE KOMMUNIKATION nach Marshall Rosenberg ist ein Weg dorthin.
Durch ein einfach zu erlernendes Kommunikationsmodell und viel Übung können Beziehungen eine Qualität von mehr Achsamkeit und Verständnis bekommen. Konflikte können so gelöst werden, dass alle Beteiligten zufrieden sind.